1.9 Global Unique Identifier (GUID)
Im IFC-Datenmodell spielt die GUID (Global Unique Identifier) eine zentrale Rolle. Anhand dieser GUID werden die Objekte Software-, Modell- und Projektübergreifend identifiziert. Somit ist diese GUID massgebend damit Modelle vergleichbar, versionierbar und auswertbar sind und müssen darum einzigartig sein!
Eigenschaften der IFC-GUID
- Eindeutig: Kein anderes Objekt darf dieselbe GUID besitzen
- Stabil: Sie soll sich über den Lebenszyklus des Objekts nicht ändern
- Softwareunabhängig
- Kompakt: Die GUID im IFC nutzt eine komprimierten Base64-Darstellung (22 Zeichen)
Warum ist die GUID so wichtig?
Die GUID ist das Rückgrat für viele BIM-Anwendungsfälle:
- Modellvergleich und Versionierung: Durch die GUID kann festgestellt werden ob Bauteile neu hinzugefügt, geändert oder gelöscht wurden.
- Kollisionsprüfung und Koordination: Anhand der GUID können kollidierende oder fehlerhafte Bauteile eindeutig identifiziert werden.
- BIM-Kollaboration (CDE, BCF): Dank der GUID kann mittels BCF klar festgehalten werden welches Bauteil ein Problem verursacht und oder welche davon Betroffen sind.
- Verknüpfen von diversen Objektbezogenen Informationen
Das Verhalten der GUID in cadwork
Es gibt verschiedene Anwendungsfälle in cadwork welche die GUID eines Elementes beeinflussen können:
- Import von Elementen aus Dateien wie IFC oder anderen Dateiformate welche GUID-Fähig sind:
Hierbei wird die GUID der Elemente übernommen, auch wenn die GUID bei mehreren Elementen vorkommt! (Siehe nachfolgender Abschnitt) - Erstellen von neuen Elemente durch hinzufügen oder importieren von Elementen ohne GUID:
cadwork vergibt eine GUID.
Achtung:
Bei der Datenübernahme mittels Clipboard ist die GUID nicht identisch wie beim Ursprungselement. Wenn eine Datei kopiert wird bleibt die GUID hingegen identisch!
- Modifizieren der Elemente von einem Stab zu einer Platte:
Die GUID wird dabei verändert! - Zerteilen von Volumen in Flächen oder Linien:
Die GUID wird dabei verändert. Auch wenn die Elemente erneut in ein Volumen umgewandelt wird! - Teilen von Elementen mittels Schneidfunktionen:
Das bestehende Element wird in zwei oder mehrere Teile zerschnitten. Dabei behält das nach dem schneiden aktive Element die GUID. Alle anderen Elemente erhalten eine neue GUID. - Verschweissen von mehreren Elementen:
Hierbei wird die GUID des zuerst aktivierten Elements übernommen.
Tipp:
Mit Ctrl + Z kann die unbeabsichtigte Änderung der GUID wieder Rückgängig gemacht werden!
Gefahren bei falscher Handhabung
In der Regel ist das grösste Problem wenn aus externen Dateien Elemente mit gleichen GUID's importiert werden. Hierbei kommt in der Regel eine Warnung:
Dabei kann es sein das die Elemente falsch platziert sind. Das nachfolgendem Bild zeigt Exchange Elemente einer IFC Datei mit identischen GUID's. Nach dem konvertieren der Elemente sind beide am gleichen Ort platziert.
Achtung:
Dateien mit Elementen welche identische GUID's aufweisen sollten nicht weiterverarbeitet werden. Es kann jedoch auch vorkommen, dass ursprünglich verbundene Elemente, durch schlechte oder ungenau beschriebene Geometrie nicht die Anforderungen entsprechen. Dabei kann es sein das nach dem Konvertieren zu cadwork Elementen mehrere Elemente erzeugt wurden welche die gleiche GUID aufweisen. Der Ersteller dieser Datei muss das Modell bereinigen oder in der jeweiligen CAD-Software die korrekten Einstellungen nutzen.
Weiter besteht die Gefahr das bei Veränderung einer GUID durch zuvor genannte Punkte die Verknüpfung von Informationen verloren gehen können. Somit kann als Beispiel folgende Funktionen nicht mehr gewährleistet werden:
- Versionierung vergleich in BIMteam
- Sichtbarkeitssteuerung bzw. aktivierung von Elementen beim abrufen eines BCF-Issues.
- Das mappen (übertragen) von Informationen aus einem IFC auf ein konvertiertes Element mittels Property Mapper
Tipp:
Benötigte Informationen aus einem IFC sollten vor der Weiterverarbeitung der Elemente gemappt werden!